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Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam droht Eiszeit

09.08.2017 - 14:04| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Stefan Lange

BERLIN (Dow Jones)--Nach der mutmaßlichen Verschleppung eines Vietnamesen aus Berlin droht ein Einbruch der zuletzt guten deutsch-vietnamesischen Beziehungen. Kanzleramt und Auswärtiges Amt machten am Mittwoch ihrem Unmut darüber Luft, dass Hanoi offenbar noch immer nicht auf die entsprechenden Anfragen aus Berlin reagiert hat. Der Bundesregierung zufolge hat der vietnamesische Geheimdienst einen Asylbewerber aus Vietnam in Berlin entführt und in seine Heimat verschleppt.

Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer erklärte, die Entführung stelle einen schweren Verstoß gegen deutsches Recht und gegen Völkerrecht dar. Deshalb habe die Bundesregierung als direkte Reaktion den Vertreter der vietnamesischen Nachrichtendienste an der Botschaft zur Ausreise aufgefordert. Weitere Maßnahmen behalte man sich vor.

Zudem habe die Bundesregierung mehrere Gespräche mit der vietnamesischen Regierung geführt, sagte Demmer. "Ein solcher Vorgang, wäre er in Hanoi geschehen, würde sicherlich auch von der vietnamesischen Regierung als absolut inakzeptabel bezeichnet werden", sagte sie.

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Regierung prüft ihre Möglichkeiten

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Außenamts-Sprecher Martin Schäfer erklärte, die Bundesregierung habe auf die gegenüber der vietnamesischen Seite erhobene Forderung, den Mann wieder nach Deutschland zurückzubringen, bislang keine Antwort bekommen. "Wir bedauern das", sagte Schäfer. Denn eine solche Maßnahme wäre die Möglichkeit gewesen, einen solchen, "wirklich schweren Rechtsverstoß gegen das Völkerrecht und gegen das deutsche Recht wenn auch nicht ungeschehen zu machen, aber doch irgendwie zu heilen."

Dass dies bedauerlicherweise nicht passiert sei, sei für die Bundesregierung Anlass, "noch einmal sehr aufmerksam zu schauen, was getan werden kann, um unseren vietnamesischen Partnern deutlich zu machen, dass wir das sehr ernst meinen", sagte Schäfer. Deutschland werde einen Rechtsverstoß in dieser Form, einen Menschenraub, eine Entführung durch staatliche Dienste eines ausländischen Staates auf deutschem Boden "nicht akzeptieren können". Für die Bundesregierung sei der Vorgang in keiner Weise abgeschlossen.

Schäfer verwies darauf, dass Deutschland und Vietnam auf einem sehr guten Weg gewesen seien. "Die Handels- und Investitionsbeziehungen sind geradezu explodiert in den letzten Jahren", nannte der Sprecher ein Beispiel.

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Handel weitet sich aus

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So konnte Deutschland im vergangenen Jahr seine Position als größter EU-Handelspartner Vietnams verteidigen. Das Handelsvolumen stieg 2016 den Angaben zufolge auf 10,3 Milliarden US-Dollar. Die Importe aus Vietnam wuchsen um 33 Prozent auf 8 Milliarden US-Dollar, die deutschen Exporte nach Vietnam erreichten 2,3 Milliarden US-Dollar und stiegen damit um 15 Prozent. Weitere Impulse für deutsche und vietnamesische Unternehmen werden durch das 2015 abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam erwartet, das sich derzeit im Ratifikationsverfahren befindet. Bis 2020 wird eine Ausweitung des deutsch-vietnamesischen Handelsvolumens auf 20 Milliarden US-Dollar angestrebt.

Mit welchen Maßnahmen Vietnam zur Räson gebracht werden könnte, ließen Demmer und Schäfer indes offen. "Alle Optionen liegen auf dem Tisch", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Kontakt zum Autor: stefan.lange(at)wsj.com

DJG/stl/smh

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August 09, 2017 08:04 ET (12:04 GMT)

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(www.vietnam21.info) 

 

 
 
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